Felskunst im Vall de Gallinera

Von Benirrama aus machen wir uns auf, um zu einem der Felskunststandorte im Vall de Gallinera zu wandern. Der von uns eingeschlagene Weg führt uns abwärts aus dem Dorf heraus in Richtung Straße, vorbei an einem alten Waschhaus und Orangenplantagen, auf denen gerade Orangen geerntet werden, deren Duft uns ein Stück begleitet.

Oben, an den Felsmalereien angekommen, fällt als erstes unser Blick auf zwei aus dem Fels herausgeschnittene Quadrate. Hier offenbart sich uns der Grund, weshalb leider ebendiese Felskunstwände mit schweren Gittern gesichert werden müssen: Hier wurden 1993 gleich mehrere der ursprünglich 12 figürlichen Darstellungen gewaltsam entfernt und entwendet. Geschockt lösen wir zunächst unseren Blick von der Felswand und genießen erst einmal den Ausblick, bevor wir uns den verbliebenen Darstellungen zuwenden. Diese sind in der Zeit zwischen dem 6. und dem 3. Jahrhundert vor Christus entstanden und stellen unter anderem Bogenschützen und betende Frauen dar.

Schließlich machen wir uns auf fast verwunschenen Pfaden wieder auf den Rückweg nach Benirrama.

Vall de Gallinera: Benirrama

Heute streifen wir durch die Gassen von Benirrama, das eingebettet in die umliegenden Berge liegt und uns eine gute Aussicht ins Tal und auf die gegenüberliegende Burg, „Castillo des Benirrama“ oder auch „Castillo de Val de Gallinera“, die sozusagen das Eingangstor zum Tal markiert, erlaubt. Wie einige der Dörfer des Vall de Gallinera ist auch Benirrama arabischen Ursprungs, das erste schriftliche Dokument, das erhalten ist, stammt von 1369. Die Kirche San Cristobal, die älteste im Tal, beherbergt bis heute Altarteile aus dem 15. Jahrhundert. Nur die Burg ist noch älter, sie entstammt nämlich den Anfängen des 11. Jahrhunderts. Im 13. Jahrhundert war sie im Besitz des arabischen Prinzen al Azraq.

 

Val de Gallinera: Alpatró

Alpatró ist das bisher größte und lebendigste Dorf, das wir heute besichtigen. Beim Durchstreifen der Gassen finden wir sogar eine Bar und wir treffen zufällig auf Gabriel, der uns spontan eine private Führung durch das ethnologische Museum des Dorfes anbietet. Mit viel Liebe zum Detail und anhand der liebevoll zusammengesammelten Ausstellungsstücke erklärt er uns, wie vor 100 Jahren die Olivenöl- und Weinherstellung im Dorf funktionierte und lässt uns eintauchen in eine Zeit, in der Pferde und Esel das Dorfbild bestimmten und nicht nur an der Ölherstellung maßgeblichen Anteil hatten.